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| Der raube Charme von Kerman |
| Kerman, Irans drittgrößte Provinz, ist
mit 1,7 Millionen Einwohnern auf 190 000 qkm relativ dünn besiedelt. Mit ihren schroffen
Gebirgszügen im Westen und der Wüste Dasht-e Lut im Norden und Osten hat sie es den
Menschen nie leicht gemacht. Daß die Menschen sich dieser Herausforderung gestellt haben,
beweisen die zahlreichen historischen Wasserkanäle: die Qanaten. Dieses künstliche
Bewässerungssystem ermöglicht auch hier seit Jahrhunderten den Anbau von Pistazien und
Datteln erster Güte. |
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| "Wo einst man Zinnen sah zum Himmel
ragen, Wo könige gebückt im Staube lagen, sitzt auf der mauer einsam jetzt ein Iäubchen
und gurrt Das klingt wie fragen und wie klagen" |
| Kerman - wo der Teppichhandel
floriert |
| An einer der wichtigsten
Handelsrouten gelegen, die von Indien bis ins Zweistromland und an den Persischen Golf
führte, wurde Kerman bereits im späten Mittelalter durch seine edlen Teppiche berühmt.
Der Teppichexport war es auch , der Kerman trotz seiner wechselvollen Geschichte und der
ruinösen Herrschaft des ersten Qadjarenherrschers überleben ließ. Im 19. Jh. wurde die
Stadt sogar zum Hauptumschlagplatz für den persischen Handel, der durch den Export
kermanischer Orientteppiche wurde. Die in 1755 Meter
Höhe gelegene, von trockenheißem Klima geprägte Stadt hat jedoch noch einiges mehr zu
bieten: das Basar-Gelände mit seinen Badehäusern aus der Qadjaren-Zeit - das schönste
unter ihnen ist das Gandj Ali Khan-Hammam, in dem durch Wachsfiguren typische Badeszenen
nachgestellt sind;oder die Freitagsmoschee, die anstelle der klassischen Minarette ein
für die Qadjarenzeit typischer Uhrturm schmückt. |
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| Mahan - wo der Derwisch ruht |
| Die zentrale Attraktion dieser in 2000 Meter Höhe
gelegenen Kleinstadt ist das Grabmal des 1431 verstorbenen Sufi-Derwischs Shah Nematollah
Vali. Das Mausoleum des Dichters und Begründers des bis heute bestehenden iranischen
Derwischordens besticht durch seine weithin sichtbare, leuchtend-blaue Kuppel. eine
architektonische Perle ist auch der in altpersischer Tradition angelegte Paradies- bzw.
Prinzengarten, der geschickt das natürliche Gefälle der vorhandenen Bäche nutzt. Von
dort hat man einen wunderschönen Blick auf das angrenzende, schroffe Gebirge. |
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Bam - wo die Geister hausen
Einen Ausflug nach Bam, in die alte Geisterstadt in der
Wüste, sollte man sich nicht entgehen lassen. Vor einem liegen die unzähligen Ruinen
einer gewaltigen, halbzerstörten Stadt. Beherrscht wird die surreale Szenerie von der
imposanten Zitadelle Arg-e Bam aus dem 3. Jh. n. Chr. Durch die Festung mit ihren
mächtigen Mauern und gedrungenen Türmen windet sich ein Labyrinth von Gassen - gesäumt
von Moscheen und Herrenhäusern. Von der Zitadelle bietet sich ein phantastischer
Rundblick über die Stadt mit ihren lehmfarbenen Kuppeln, verfallenen Häusern und leeren
Gassen. Reges Leben herrscht hingegen in der angrenzenden Oase, wo die neue, nach dem
Verlassen der alten Siedlung geründete Stadt Bam liegt. |
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