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Kultur
Tiefer Respekt vor Traditionen
Die Fiji-lnseln blicken auf ein reichhaltiges kulturelles Erbe zurück. Es manifestiert sich nicht nur in historischen Stätten, sondern auch im Alltag der Menschen. Wie tief das Leben der Insulaner von Traditionen geprägt wird, kommt in den zahlreichen Festen und Zeremonien zum Ausdruck.

Aufregende Vergangenheit
Unterstützt durch die üppigen Ernten der traditionellen Landwirtschaft und den Reichtum der See, orientieren sich viele Bewohner bis heute an der einfachen, überaus positiv tradierten Lebensweise vorheriger Generationen. So können - dank der ebenso freundlichen wie generösen Fijianer - bis heute selbst älteste Traditionen in nahezu völlig unkommerzialisierten Strukturen überleben. Die tagtägliche Integration dieser sozialen und kulturellen Traditionen hilft auch allen Besuchern der Fiji-Inseln, in diesen nicht nur ein ökologisch intaktes tropische Südseeparadies zu sehen.
Die tiefe Verbeugung vor der langen, ebenso aufregenden wie wertvollen Vergangenheit erinnert an die zahllosen Reichtümer, die die Fiji-lnseln ihren Besuchern bis auf den heutigen Tag zu bieten haben. Schon die ersten Siedler der so genannten Lapita-Kultur, die ca. 1.500v. Chr. entweder von Zentral- oder Nord-Vanuatu oder aber von den östlichen Salomon Inseln an landeten, schätzten die Fruchtbarkeit des vulkanischen Untergrundes und die Fülle der maritimen Reichtümer. Tonscherbenfunde bezeugen den hohen kulturellen Stand schon dieser ersten Siedlergruppe. Nicht wenige Wissenschaftler nehmen an, dass von den Fiji-Inseln aus später Samoa und Tonga, die Cook-lnseln, später sogar Tahiti und die Osterinseln besiedelt wurden. Übrigens: Die mit Samoa und Tonga Handel treibenden Fijianer nannten ihren Inselstaat einst Viti. Erst Captain James Cook übernahm die tonganische Aussprache "Fiji", die sich in der Folge durchsetzte.
   
Entdeckungen im Fiji Museum
Auf Fiji gibt es eine Reihe hervorragender Museen und historischer Stätten, die die Erinnerung an die Vergangenheit wachhalten, allen voran das Fiji Museum in Suva, das nicht nur in der prähistorischen Abteilung einen lebendigen Eindruck vom Reichtum der Kultur auf Fiji vermittelt. In der Historischen Galerie wird die vorkoloniale "goldene Epoche" der Entdecker, der ersten gestrandeten weißen "Beachcomber" der Walfänger und ersten Siedler ebenso lebendig wie deren Auswirkungen auf das traditionelle Leben der Bewohner. Sogar Teile der legendären HMS "Bounty", die an der abgelegenen Südseeinsel Pitcairn zerbarst, sind ausgestellt. Im Fiji Museum wird man in der Masi-Galerie auch die lange, bemerkenswerte Tradition der Masi-Herstellung kennen lernen. Der aus der Rinde z.B. des Maulbeerbaumes hergestellte Bast diente und dient nicht nur zur Fertigung der traditionellen Kleidung. Selbst Moskitonetze oder Wandvorhänge wurden und werden mit diesem Material erstellt. Auch das moderne Kunsthandwerk auf Fiji setzt diese lange Tradition fort. Dass auch das traditionelle Töpferhandwerk bis auf den heutigen Tag fortlebt, beweisen wöchentlich an jedem Donnerstag und Freitag Töpferinnen und Töpfer umliegender Töpferdörfer mit ihren im Fiji Museum hergestellten Arbeiten. Zu den herausragenden heutigen Künstlern auf Fiji, die diese große Tradition der "paddle-and-anvil"-Technik fortleben lassen, zählen die Künstlerin Amele Natewa oder auch William de Bruce. Interessierte können sich schon vor der Reise detaillierter über informieren.

Einblicke in die Traditionen und Lebensweisen erhält man übrigens auch im Pacific Harbour Cultural Centre. ln diesem einzigartigen Freilichtmuseum werden Besucher von Fijianern in traditioneller Kleidung auf einem Boot über einen künstlich angelegten See gerudert. Dabei passiert man kleine Inseln mit fijianischen Bures und kann dort die Herstellung einheimischen Kunsthandwerks live erleben. Nachmittags führt dann das Fijian Dance Theatre eine mitreißende Show mit Szenen aus der Vergangenheit und traditionelle Tänze auf. Zudem sind Vorführungen der berühmten Feuerläufer von der Insel Beqa zu sehen.

   
Dorfbesuch im Landesinnern
Insbesondere in den dörflichen Landgemeinden abseits der großen Städte werden Besucher noch auf die Wahrung zahlreicher traditioneller Werte treffen, die es zu respektieren gilt. Da Fijianer nur äußerst selten eine negative Meinung über ihre Gäste äußern oder gar lauthals über andere Menschen urteilen, empfiehlt es sich, die dörflichen Sitten und Gebräuche zu respektieren - um so wärmer und intensiver wird dann die Aufnahme im jeweiligen Dorf sein.

Man sollte zum Beispiel die Kleidungsregeln beachten, also keine Shorts tragen. Frauen sollten weder schulterfrei noch in Tops auftreten. Auch das Tragen von Hüten und Sonnenbrillen wird als Zeichen von Respektlosigkeit aufgefasst. Wer unangemeldet in ein Dorf kommt, sollte vor Betreten des Dorfes um Erlaubnis bitten. Bevor man ein Haus oder Gebäude betritt, zieht man die Schuhe aus. Wer in einem Dorf übernachten möchte, sollte dem Gastgeber ein nützliches Geschenk machen. Dass man fragt, bevor man filmt oder fotografiert, versteht sich eigentlich von selbst.

   
Ein multikulturelles kulinarisches Erlebnis besonderer Art ist auf den Fiji-lnseln das Essen, denn dabei wird man alle Geschmacksrichtungen eines breiten Spektrums der indischen, chinesischen, koreanischen, japanischen, amerikanischen und europäischen Cuisine vorfinden - natürlich auch das Beste, was Australien, Neuseeland und die südpazifischen Gewässer zu bieten haben. Steaks und frische Meeresfrüchte stehen in den meisten Hotels und Restaurants auf dem Speiseplan, wie auch die Spezialitäten der traditionellen fijianischen Küche. In den meisten Hotels und Resorts finden außerdem kulinarische Abendveranstaltungen statt, z. B. "Magiti", ein fijianisches Festessen. Fijis berühmtestes kulinarisches Event ist das unter freiem Himmel stattfindende "Lovo-Mahl". Dabei werden in einem mit heißen Steinen beheizten Erdofen, dem "Lovo", eine Vielzahl von Gerichten in Bananenschalen gedünstet und gekocht. Wenn die erdbedeckten Speisen nach einigen Stunden dem Boden entnommen werden, haben sie einen leicht rauchigen Geschmack.
   
Feste und Zeremonien
   
"In den Ofen springen"
Das vielleicht faszinierendste traditionelle Erbe bildet das Ritual des Feuerlaufs, wie er zum Beispiel auf der Insel Beqa regelmäßig praktiziert wird. Vilavilairevo (,"in den Ofen springen") nennen die Fijianer diese Tradition. Aber auch der durch die indischen Einwanderer gepflegte, nur durch mehr tägige Vorbereitung zu bewerkstelligende Indian Firewalk hat viele Bewunderer.

   
Tabua
Traditionell wird - sollte eine Yacona- oder Kava-Zeremonie für den angestrebten sozialen Zweck nicht ausreichen - zum Tabua gegriffen. Hierbei handelt es sich um die Präsentation eines wert vollen, polierten Zahns des Spermwales.
   
Solevu
Zu diesem wohl eindrucksvollsten Fest der Fiji Inseln treffen gewöhnlich zwei Gruppen zusammen, um ihre Bande zu vertiefen. Sie teilen Wohlstand, Essen und Produkte, zum Beispiel anlässlich einer Hochzeit. Das Fest greift aber weit über den persönlichen Anlass der Brautleute hinaus.
   
Kava-Zeremonie
Allem voran hat die Yacona- bzw. Kava-Zeremonie nach wie vor ihren festen Platz im Leben der Fijianer, das weniger durch Familien- als durch Gemeinschaftsbande geprägt ist, Fiji-Besucher sollten eine Einladung zu einer solchen Zeremonie auf jeden Fall wahrnehmen.

Yacona bezeichnet eine Nutzpflanze (Piper methysticum) aus deren Wurzeln nach festen zeremoniellen Regeln ein traditionsreiches Getränk, die nach einem tonganischen Wort so bezeichnete Kava hergestellt wird. Das Kava-Getränk wird zu nahezu allen festlichen, gesellschaftlichen und sozialen Anlässen zubereitet.

Sollten Sie zu einer Kava-Zeremonie eingeladen sein, beachten Sie bitte die Regeln der Gastfreundschaft, die die entsprechende Kleidung sowie den Respekt vor der rituellen Zubereitung mit einschließt. Auch die Beachtung der sozial gestaffelten Reihen folge, in der das Getränk angeboten wird, ist empfehlenswert. Filmen und Fotografieren sollten erst gegen Ende einer Kava-Zeremonie stattfinden.

   
Meke-Tänze
Ob zum Bula-Fest (Juli), dem Hibiscus-Festival (August) oder den Zucker- und Bougainvillea-Festivals im September: Musik und Tanz sind aus dem kulturellen Leben der Fijianer nicht wegzudenken. Trommeln, Bambusrohr, Gitarre und Ukulele gehören zur instrumentalen Grundausstattung traditioneller wie moderner Musikveranstaltungen.

Zu den Höhepunkten eines jeden Fiji-Urlaubs zählen die so genannten Meke-Tanzveranstaltungen, die samt Chorgesang sowohl in traditionellen Dörfern wie auch in den touristischen Resort Anlagen stattfinden.

Verschiedenste Tänze sind unter dem Sammelbegriff Meke zusammengefasst: Beim Meke malagu greifen tanzende Männer zu Keulen und nehmen Kampfposen ein, der Seasea ist den Frauen vorbehalten. Sitzend wird der Vakamolo absolviert: Männer und Frauen erheben ihre Stimmen zum euphorisch kraftvollen, polygonen Gesang und bewegen sich in ihren farbenfrohen, prächtigen Kostümen gemeinsam im Rhythmus der Südseeklänge.

 


 


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Stand: 8. Dezember 2008